Ausgaben der GKV für Mittel zur Behandlung von Viruserkrankungen J05 Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung Antivirale Mittel zur inneren Anwendung verursachten 2019 Ausgaben in Höhe von 956 Mio. Euro. Diese Ausgaben entfielen hauptsächlich auf die Mittel zur Behandlung von HIV/Aids mit einem Anteil von 70 % sowie die Mittel zu Behandlung der Hepatitis C, deren Anteil bei rund 21 % lag.

Veröffentlicht am: 09.11.20

Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der antiviralen Mittel
Teil-IndikationsgruppeAusgaben in Mio. Euro
20152016201720182019
HIV850,9888,0879,1799,6664,9
Hepatitis C1.176,2709,9483,5289,5196,2
Herpes33,134,835,837,336,5
CMV24,721,421,027,734,0
Übrige Teil-Indikationsgruppen46,346,343,835,524,3
Antivirale Mittel gesamt2.131,11.700,51.463,21.189,7956,0
Differenz zum Vorjahr565,2-430,6-237,3-273,4-233,7
Zuwachsrate36,1 %-20,2 %-14,0 %-18,7 %-19,6 %
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health), gemäß Erstattungspreis

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Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung verursachten 2019 Ausgaben in Höhe von 956,0 Mio. Euro, was einen Rückgang von 233,7 Mio. Euro (19,6 %) gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Ausgaben entfielen hauptsächlich auf die Mittel zur Behandlung von HIV/Aids mit einem Anteil von fast 79 % sowie die Mittel zu Behandlung der Hepatitis C, deren Anteil bei rund 21 % lag.

Die in den vergangenen Jahren beobachtete Ausgabendynamik für die antiviralen Mittel wurde im Wesentlichen durch die Mittel zur Behandlung der Hepatitis C verursacht. Ab 2014 wurde – beginnend mit dem Wirkstoff Sofosbuvir – eine neue Generation von DAA (direkt wirkende antivirale Wirkstoffe) eingeführt, was in den Jahren 2014 und 2015 zu erheblichen Ausgabensteigerungen führte. 2015 lagen die Ausgaben für antivirale Mittel insgesamt bei 2.131,1 Mio. Euro und die Ausgaben für Mittel gegen Hepatitis C waren höher als die für Mittel gegen HIV/Aids. Der Ausgabenanstieg war auch dadurch begründet, dass bei vielen Patienten zuvor die Behandlung zurückgestellt worden war und es nun zu einem Nachholeffekt kam. Seit 2016 ging der Verbrauch der Hepatitis-C-Mittel deutlich zurück, was zu einem jährlichen Ausgabenrückgang für die antiviralen Mittel führte, der auch 2019 anhielt, sodass die Ausgaben nur noch 196,2 Mio. Euro erreichten.

Für die ausgabenstärkste Teil-Indikationsgruppe der antiretroviralen Arzneimittel gegen HIV/Aids war im betrachteten Zeitraum 2015 und 2016 ein jährlicher Ausgabenanstieg zu beobachten. Seitdem waren die die Ausgaben in jedem Jahr rückläufig, was mit der Einführung verschiedener Generika zu erklären ist.