Ausgaben der GKV für Mittel zur Behandlung von Viruserkrankungen J05 Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung

Veröffentlicht am: 14.12.18

Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der antiviralen Mittel.
Teil-IndikationsgruppeAusgaben in Mio. Euro
20122013201420152016
HIV732,3837,6850,9888,0879,3
Hepatitis C93,3623,71176,2709,9485,6
Hepatitis B35,143,244,645,342,5
Herpes28,931,833,134,835,9
Übrige Teil-Indikationsgruppen28,329,726,322,522,4
Antivirale Mittel gesamt917,81.565,92.131,11.700,51.465,6
Differenz zum Vorjahr-54,4648,1565,2-430,6-234,9
Zuwachsrate-5,6 %70,6 %36,1 %-20,2 %-13,8 %
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

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Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung verursachten 2017 Ausgaben in Höhe von 1.465,6 Mio. Euro, was einen Rückgang von 234,9 Mio. Euro (13,8 %) gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Diese Ausgaben entfielen hauptsächlich auf die Mittel zur Behandlung von HIV/Aids mit einem Anteil von 60 % sowie die Mittel zu Behandlung der Hepatitis C, deren Anteil bei rund 33 % lag.

Die in den vergangenen Jahren zu beobachtende Ausgabendynamik für die antiviralen Mittel wurde im Wesentlichen durch die Mittel zur Behandlung der Hepatitis C verursacht. 2012 verursachte die Einführung der Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir eine Ausgabensteigerung. 2013 ging der Verbrauch der Proteasehemmer bereits wieder zurück, da die Einführung von weiteren neuen Wirkstoffen erwartet wurde, die noch besser wirksam und verträglich sein sollten, sodass die Ausgaben wieder sanken. Tatsächlich wurden seit 2014 – beginnend mit dem Wirkstoff Sofosbuvir – neue DAA (direkt wirkende antivirale Wirkstoffe) eingeführt, was in den Jahren 2014 und 2015 zu erheblichen Ausgabensteigerungen führte. 2015 lagen die Ausgaben für antivirale Mittel insgesamt bei 2.131,1 Mio. Euro und die Ausgaben für Mittel gegen Hepatitis C waren höher als die für Mittel gegen HIV/Aids. Der Ausgabenanstieg war auch dadurch begründet, dass bei vielen Patienten zuvor die Behandlung zurückgestellt worden war und es nun zu einem Nachholeffekt kam. 2016 und 2017 ging der Verbrauch der Hepatitis-C-Mittel deutlich zurück, was zu einem Ausgabenrückgang für die antiviralen Mittel von rund 431 Mio. bzw. 235 Mio. Euro führte.

Für die ausgabenstärkste Teil-Indikationsgruppe der antiretroviralen Arzneimittel gegen HIV/Aids war im betrachteten Zeitraum 2013–2016 ein relativ stetiger jährlicher Ausgabenanstieg zu beobachten. 2017 waren die Ausgaben jedoch leicht rückläufig, was mit der Einführung von Generika zu erklären ist.