Veröffentlicht am: 11.02.26
| Jahr | Wirkstoff | Therapieansatz | Anwendung |
| 2020 | Bulevirtid | Fusionsinhibitoren | Chronische Hepatitis D |
| 2020 | Ibalizumab | Anti-CD4-Antikörper | Multiresistente HIV-Infektion |
| 2021 | Remdesivir | Nukleoside gegen Coronavirus | SARS-CoV-2 |
| 2021 | Cabotegravir | Integrase-Hemmer | HIV, Aids |
| 2021 | Baloxavirmarboxil | Endonucleasehemmer | Influenza |
| 2021 | Fostemsavir | Attachment-Inhibitor | HIV, Aids |
| 2022 | Nirmatrelvir und Ritonavir | Nukleoside gegen Coronavirus | SARS-CoV-2 |
| 2022 | Molnupiravir | Nukleoside gegen Coronavirus | SARS-CoV-2 |
| 2022 | Maribavir | UL97-Inhibitoren | Zytomegalievirus (CMV) |
| NRTI = Nukleosidische Inhibitoren der reversen TranskriptaseQuelle: IGES, eigene Recherche | |||
Zwischen 2020 und 2024 sind in der Indikationsgruppe der antiviralen Mittel zur systemischen Anwendung neun neue Wirkstoffe bzw. Kombinationen eingeführt worden.
Je drei der neuen Produkte werden bei HIV/Aids bzw. Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) eingesetzt. die übrigen drei Produkte richten sich gegen das Hepatitis B-, Influenza bzw. Zytomegalievirus.
Von den neuen Produkte gegen das HIV repräsentieren der Antikörper Ibalizumab und der Attachment-Inhibitor Fostemsavir neue Wirkprinzipien.
Remdesivir war der erste Wirkstoff zur Behandlung von Infektionen durch das Coronavirus. Er wurde ursprünglich zur Behandlung von Infektionen durch Marburg- bzw. Ebolaviren entwickelt, brachte es jedoch für dieses Anwendungsgebiet nie zur Marktreife.
Mit Baloxavirmarboxil wurde ein neues Wirkprinzip bei der Behandlung der Influenza umgesetzt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde jedoch bereits im Herbst 2021 der Vertrieb des Wirkstoffs in Deutschland wieder eingestellt.
Maribavir wurde bereits vor längerer Zeit entwickelt, aber erst 2022 zur Behandlung von CMV-Infektionen zugelassen. Der Stoff hemmt das Enzym UL97 (eine Proteinkinase) des CMV, das für die Virusreplikation erforderlich ist.