Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln zur Behandlung von Viruserkrankungen J05 Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung

Veröffentlicht am: 14.12.18

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln zur Behandlung von Viruserkrankungen

Für Arzneimittel aus der Indikationsgruppe der antiviralen Mittel zur systemischen Therapie waren die Ausgaben 2017 um rund 235 Mio. Euro geringer als im Vorjahr.

  • Verbrauch: Bezogen auf die Indikationsgruppe insgesamt ist der Verbrauch 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % gestiegen. In den Teil-Indikationsgruppen war die Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich. Bei den Mitteln zur Behandlung der Hepatitis C gab es 2017 einen Verbrauchsrückgang von 38 %; mit einer ähnlich hohen Rate ging der Verbrauch bereits 2016 zurück. Da die Hepatitis-C-Mittel 2017 nur einen Verbrauchsanteil von rund 2,4 % an den antiviralen Mittel hatten, machte sich der erhebliche Verbrauchsrückgang in der Indikationsgruppe insgesamt kaum bemerkbar, führte jedoch zu einem erheblichen Ausschlag bei den Ausgaben, die dadurch um über 200 Mio. Euro zurückgingen. Bei den HIV-/Aids-Mitteln setzte sich dagegen der stetige Verbrauchsanstieg auch 2017 fort.
  • Innovation: Bei den antiviralen Mitteln herrschte in den letzten Jahren rege Innovationstätigkeit, die für die Behandlung der Hepatitis C zu einem kompletten Austausch der bisher empfohlenen Therapieregime mit entsprechenden Marktdynamiken führte. Diese sorgten auch für entsprechende Ausgabensteigerungen durch die Therapieansatzkomponente. Die Analogkomponente zeigt für 2017 Einsparungen an, die sich durch die teilweise erheblichen Unterschiede beim Preisniveau der Hepatitis-C-Mittel ergeben.
  • Preis: Die Preiskomponente führte 2017 zu Einsparungen von rund 61 Mio. Euro. Diese waren einerseits durch die Preisverhandlungen im Anschluss an die frühe Nutzenbewertung neu eingeführter Wirkstoffe bedingt und wurden ergänzt durch Effekte aus vertraglich vereinbarten Rabatten.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Mitteln zur Behandlung von Viruserkrankungen

Traditionell wurden die antiviralen Mittel zur systemischen Anwendung sowohl in Bezug auf Verbrauch als auch Ausgaben durch die Arzneimittel zur Behandlung von HIV/Aids dominiert. Durch die Einführung neuer DAA (direkt wirkende antivirale Wirkstoffe) zur Behandlung der Hepatitis C kam es in den letzten Jahren zu erheblichen Verschiebungen. Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der neuen Wirkstoffe führte zu Nachholeffekten in den Jahren 2014 und besonders 2015, gefolgt von einem Einbruch von Verbrauch und Ausgaben in den Jahren 2016 und 2017. Künftig ist von einer deutlich ruhigeren Entwicklung auszugehen, wobei ein nochmaliger drastischer Ausgabenrückgang eher unwahrscheinlich ist. Es ist zu erwarten, dass die Ausgaben kurzfristig zumindest stabil bleiben oder leicht zurückgehen werden, auch aufgrund von neuen Generika bei den HIV-/Aids-Mitteln. Da aktuell wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Patienten mit chronischer Hepatitis C behandelt wird, ist nicht auszuschließen, dass mehr Patienten der Versorgung zugeführt werden und es auch dadurch zu Mehrausgaben kommen wird. Dabei dürfte es sich aber eher um mittel- bis langfristige Entwicklungen handeln.