Komponenten der Ausgabenentwicklung bei Mitteln zur Behandlung von Viruserkrankungen J05 Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung

Veröffentlicht am: 14.12.18

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

Komponenten 2017

2017 gingen die Ausgaben um 234,9 Mio. Euro zurück. Die Ausgabenentwicklung war hauptsächlich auf folgende Komponenten zurückzuführen:

  • Verbrauch: Die Verbrauchskomponente senkte 2017 die Ausgaben um 260,8 Mio. Euro. Als ursächlich ist hier die Teil-Indikationsgruppe der Mittel gegen Hepatitis C zu nennen, wo die Verbrauchskomponente – wie schon im Vorjahr – zu einem Ausgabenrückgang führte, der 2017 mit rund 281 Mio. Euro jedoch geringer war.
  • Therapieansatzkomponente: Die Therapieansatzkomponente erhöhte die Ausgaben um 179,2 Mio. Euro. Führend waren auch bei dieser Komponente die Hepatitis-C-Mittel, wo der Verbrauchsanteil der Fixkombinationen drastisch anstieg.
  • Analogkomponente: Durch die Analogkomponente kam es zu Einsparungen von 66,2 Mio. Euro. Dazu trug am stärksten die Teil-Indikationsgruppe der Mittel gegen Hepatitis C bei: Hier ist der Verbrauchsanteil der Fixkombination Elbasvir/Grazoprevir deutlich angestiegen. Da der mittlere Preis je DDD für diese Wirkstoffkombination deutlich unter dem Niveau anderer Wirkstoffe bzw. Kombinationen mit gestiegenem Verbrauchsanteil liegt, zeigt die Analogkomponente Einsparungen an.
  • Preis: Die Preiskomponente hatte ebenfalls Einsparungen zur Folge, die bei 61,4 Mio. Euro lagen. Hier addierten sich die Effekte aus den Teil-Indikationsgruppen der HIV-/Aids-Mittel und der Hepatitis-C-Mittel. Die Preissenkungen sind einerseits Ergebnisse der Preisverhandlungen im Anschluss an die Nutzenbewertung neuer Wirkstoffe. Hinzu kommen Effekte aus vertraglich vereinbarten Rabatten.
  • Generika: Der Beitrag der Generikakomponente ist zwar im Vergleich zu den anderen Komponenten gering, soll aber trotzdem erwähnt werden. Die Einsparungen von 20,9 Mio. Euro gehen hauptsächlich auf die HIV-/Aids-Mittel zurück, wo einige neuere Generika verfügbar wurden. Hier hat die Generikasubstitution insbesondere bei Lamivudin/Abacavir, Tenofovirdisoproxil sowie Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin zu den genannten Einsparungen beigetragen.

Komponenten 2016

2016 gingen die Ausgaben um 431 Mio. Euro zurück. Die Ausgabenentwicklung wurde vor allem von folgenden Komponenten bestimmt:

  • Verbrauch: Die Verbrauchskomponente bewirkte 2016 einen Ausgabenrückgang um 403 Mio. Euro. Verursacher war die Teil-Indikationsgruppe der Mittel gegen Hepatitis C, wo die Verbrauchskomponente zu Einsparungen von 427 Mio. Euro führte. Gemessen in DDD ging der Verbrauch exakt so stark zurück, wie er 2015 angestiegen war.
  • Preis: Die Preiskomponente hatte ebenfalls Einsparungen zur Folge, die bei 128 Mio. Euro lagen. Der wesentliche Treiber war auch hier wieder die Teil-Indikationsgruppe der Hepatitis-C-Mittel, wo überwiegend die Preisverhandlungen im Anschluss an die Nutzenbewertung neuer Wirkstoffe die Preise senkten.
  • Therapieansatzkomponente: Die Therapieansatzkomponente ließ die Ausgaben um 64 Mio. Euro steigen. Führend waren auch bei dieser Komponente die Hepatitis-C-Mittel, wo der Verbrauchsanteil der Fixkombinationen anstieg.
  • Analogkomponente: Durch die Analogkomponente erhöhten sich die Ausgaben um 45 Mio. Euro. Dazu trugen die Teil-Indikationsgruppen der Mittel gegen HIV/Aids sowie der Mittel gegen Hepatitis C am stärksten bei. Bei den HIV-Mitteln waren im Wesentlichen höhere Verbrauchsanteile der Fixkombinationen Emtricitabin, Tenofoviralafenamid, Elvitegravir und Cobicistat sowie Lamivudin, Abacavir und Dolutegravir verantwortlich, bei den Hepatitis-C-Mitteln der höhere Verbrauchsanteil der Fixkombination Sofosbuvir und Velpatasvir.