Individualrabatte bei einzelnen Indikationsgruppen im Jahr 2016

Veröffentlicht am: 09.09.17

Unter den zehn Indikationsgruppen mit dem größten Umsatzvolumen unter Rabatt führte die Indikationsgruppe der der Immunsuppressiva (L04) mit 1.039,7 Mio. Euro. Sie hatte 2016 mit 1.660,8 Mio. Euro das größte Umsatzvolumen unter Rabatt. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Steigerung um 1.042,0 Mio. Euro und damit fast eine Verdreifachung.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Ursache für den Anstieg der Immunsuppressiva waren die hier genannten TNF-alpha-Inhibitoren Infliximab und Etanercept. In der Indikationsgruppe mit dem zweitgrößten Umsatzvolumen unter Rabatt war das Volumen ebenfalls gestiegen. Im Jahr 2016 nahm der rabattierte Markt für Antidiabetika (A10) um 99,6 Mio. Euro auf 1.139,3 Mio. Euro zu. Die verschiedenen Analoginsuline, insbesondre Insulin glargin und Insulin lispro, erhöhten noch einmal ihre Rabattanteile. Ein Rabattvolumen von mehr als einer Milliarde Euro wurde 2016 auch in der Gruppe der Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (C09) erreicht. Der Anstieg um 76,3 Mio. gegenüber 2015 verteilte sich auf verschiedene Angiotensin-II-Antagonisten (insb. Valsartan) und ACE-Hemmer (insb. Ramipril). Den zweitgrößten Anstieg unter den zehn betrachteten Indikationsgruppen hatten die Ophthalmika (S01). Für die Ophthalmika nahm der Umsatz 2016 noch einmal um ein Viertel zu. Er stieg um 146,3 Mio. Euro auf 724,8 Mio. Euro. Dies wurde getrieben durch die VEGF-Antagonisten Ranibizumab und Aflibercept. Damit waren 63,7 % dieses Marktes unter Rabatt.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Von den zehn betrachteten Indikationsgruppen war das Verhältnis des rabattierten Umsatzes zum Gesamtumsatz 2016 in der Indikationsgruppe der Mittel bei säurebedingten Erkrankungen (A02) mit 83,0 % am höchsten. Auch in der Gruppe der Beta-Adrenorezeptor-Antagonisten (C07) zur Behandlung der Hypertonie wurden mit 77,5 % über drei Viertel des Umsatzes im Rahmen von Rabattverträgen abgegeben.

Gemessen in Tagesdosen (DDD) hatte die Gruppe der Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (C09) den mit Abstand größten absoluten Verbrauch an rabattierten Arzneimitteln. So wurden 7.368,4 Mio. DDD im Rahmen von Rabattverträgen abgegeben, was 83,6 % des gesamten Verbrauchs dieser Indikationsgruppe entsprach. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Anstieg um 529,7 Mio. DDD und damit absolut betrachtet der stärkste von den zehn betrachteten Indikationsgruppen mit dem größten Verbrauch unter Rabatt. Den größten relativen Anstieg des rabattierten Verbrauchsvolumens mit 11,4 % betraf die lipidsenkenden Mittel (C10) und lag absolut bei 184,4 Mio. DDD. Wichtigster Treiber dieser Entwicklung waren Rabattverträge, die für Atorvastatin abgeschlossen wurden.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Entsprechend der hohen Umsatzquote hatten die Mittel bei säurebedingten Erkrankungen (A02) mit einem Anteil rabattierter Arzneimittel von 86,8 % am Verbrauch die höchste Quote unter allen 93 Indikationsgruppen. Eine kaum geringere Quote wurde in der Gruppe der Calciumkanalblocker (C08) erreicht. Der Anteil am Verbrauch betrug 2016 86,7 %. Der Anstieg der Quote wurde fast ausschließlich durch die beiden Dihydropyridinderivate Amlodipin und Lercanidipin getrieben.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)