Fokusthema: Viruserkrankungen und ihre Behandlung

Veröffentlicht am: 05.01.18

Herausfordernd im Kampf gegen Viren ist, dass sie im Wesentlichen nur aus einem „Bauplan“ für sich selbst, einer Hülle sowie einigen wenigen „Werkzeugen“ in Form von Proteinen bestehen. Diese Werkzeuge sorgen dafür, dass die infizierten Zellen − eines Organismus oder einer Zellkultur − neue Viruspartikel synthetisieren und freisetzen. Nur mit „Hilfe“ von Zellen können sich Viren vermehren. Daher waren Infektionen durch Viren lange Zeit erheblich schwieriger zu bekämpfen, ohne den Wirtsorganismus zu schädigen, als Infektionen durch Bakterien.

Erfolge einer antiviralen Therapie gelangen erstmals in den 1960er-Jahren mit sogenannten Antimetaboliten etwa gegen Herpesviren oder in den 1980er Jahren gegen das HI-Virus als Ursache des Immundefizienz-Syndrom (Aids).

Neuentwicklungen richten sich zunehmend gezielt gegen bestimmte Virusproteine und sind daher in der Regel deutlich besser verträglich als Antimetaboliten. Jüngstes Beispiel dafür sind die neuen DAA (direkt wirkende antivirale Wirkstoffe) zur Behandlung der Hepatitis C, von der geschätzt rund 140.000 Menschen in Deutschland betroffen sind. Die DAA haben die Behandlung dieser schweren Erkrankung revolutioniert und herkömmlichen Therapien in kürzester Zeit komplett abgelöst.

Das Fokusthema Viruserkrankungen gibt einen ausführlichen Überblick über die wichtigsten therapeutischen Meilensteine und deren Eingang in den Behandlungsalltag. Zudem werden die Verbrauchs- und Ausgabenentwicklungen für die jeweiligen Einsatzgebiete dargestellt.

Detailliert erfolgt eine Darstellung der jeweiligen Versorgungssituation bei HIV/Aids, Hepatitis B und C sowie bei Herpes-Infektionen.